12 Oktober 2004

Alpinmaterial gesucht - Aktion "Ruwenzori-Hilfe 2005"

Ziel ist es, nicht mehr verwendetes aber noch brauchbares Alpinmaterial (wie Steigeisen, Pickel, Bergjacken....) der Vereinigung der Bergführer im Ruwenzori Gebirge zur Verfügung zu stellen.

Aktion "Ruwenzori-Hilfe 2005"

Alpinmaterial ist in Uganda kaum erhältlich und für die Einheimischen ohnehin unerschwinglich. Ihre Bergausrüstung ist großteils völlig veraltet und desolat. Um den Bergführern und Trägern - viele sind Kaffee- und Bananenbauern - in ihrer Tätigkeit im Ruwenzori zu helfen und ihre Arbeitsmöglichkeit zu sichern, sind Sie herzlich eingeladen, die von Christoph Höbenreich und dem Österreichischen Alpenverein, Zweig Innsbruck, initiierte Aktion "Ruwenzori-Hilfe 2005" zu unterstützen. Wir ersuchen Sie, nicht mehr gebrauchtes Alpinmaterial der Vereinigung "Ruwenzori Mountain Guides" zu spenden. Die Aktion ist Teil eines Entwicklungshilfeprojektes mit dem Ziel, den Ruwenzori National Park zu erhalten und ihn als wichtige Einnahmequelle für die ansässige Bevölkerung nachhaltig zu nützen. Das "Ruwenzori Mountaineering Service" ist nämlich nicht nur der größte Arbeitgeber sondern auch einer der wichtigsten Partner für den Naturschutz im Ruwenzori Mountains National Park.

Was wird benötigt? Euer nicht mehr verwendetes aber noch brauchbares Alpinmaterial wie insbesondere (Schnür-)Steigeisen, Pickel, Eisschrauben, Karabiner, Anseilgurte, Seile etc. aber auch Schlafsäcke und Bergjacken.

Wo abgeben? ÖAV Zweig Innsbruck, Wilhelm-Greil Straße 15, 6020 Innsbruck Mo.-Fr. 09.00-13.00 und 14.00-17.00 Uhr

Wann abgeben? 15. Oktober 2004 bis 15. Jänner 2005.

Ruwenzori. Der Regenmacher von Uganda

Als Uganda 1962 seine Unabhängigkeit vom British Empire erlangte, galt es als die "Perle Afrikas" (Zitat W. Churchill). Doch während der 1970er und 80er Jahre stürzte Uganda in ein Chaos aus Diktatur, Misswirtschaft und Gräueltaten. Noch heute ist das ostafrikanische Land hauptsächlich als das Uganda Idi Amins oder von der spektakulären Geiselbefreiung am Flughafen von Entebbe im Jahre 1976 bekannt. Obwohl es unter Präsident Museveni seit 1986 vorerst aufwärts geht, zählt Uganda noch immer zu den 20 ärmsten und meist verschuldeten Ländern der Welt. Der verheerende Genozid im benachbarten Ruanda 1994, die folgende Flüchtlingskatastrophe sowie die Verstrickung Ugandas in den Bürgerkrieg im Ostkongo bewirkten dann schwere Rückschläge und führten 1997 nicht nur zur Schließung des gesamten Ruwenzori Mountains National Park, sondern ließen ganz Uganda praktisch wieder von der Weltkarte der Reiseländer verschwinden.

Erst nachdem die Rebellen in den Kongo militärisch zurückgedrängt werden konnten, wurde der Ruwenzori Mountains National Park im Juli 2001 wieder geöffnet. Seitdem kann das einzigartige Ruwenzori Gebirge wieder besucht werden. Vor dem historischen Hintergrund wird aber auch verständlich, dass noch heute ein Ranger der Uganda Wildlife Authority die Besucher zum Schutz begleitet. Selbst wenn man keinen unmittelbaren Grund dieser Maßnahme mehr erkennt, zeigt sie doch das Bemühen seitens der Regierung, den Tourismus qualitativ zu sichern und zu beleben. Seitdem steigen die Besucherzahlen zwar langsam wieder an. Sie liegen aber noch immer deutlich unter denen der frühen 1990er Jahre (s. Tab 1).

Bergwildnis Ruwenzori

Die vielfältigen Naturräume Ugandas üben eine große Faszination aus: Neben den berühmten Berggorillas (wer kennt den Film "Gorillas im Nebel" nicht?) locken tropische Regenwälder, üppige Buschlandschaften, weite Savannen, die tosenden Wasserwege des Nil, der Victoriasee und natürlich die schneebedeckten Gipfel des Ruwenzori. Da Uganda im Gegensatz zu Kenya oder Tanzania noch nicht vom Massentourismus mit all seinen negativen Folgeerscheinungen heimgesucht ist, wird man von der Offenheit seiner Bevölkerung geradezu überrascht. Die Menschen strahlen Optimismus und Hoffnung aus. Uganda ist daher ein lohnendes Ziel für Bergsteiger, die Gebirgswildnis abseits überfüllter Modeberge suchen.

Die Flora ist das fantastischste und zugleich einzigartige Merkmal des Ruwenzori. Sie scheint wie eine Fabelwelt aus einer verwunschenen Zeit zu sein. Die Bergwälder des Ruwenzori gelten als die vegetationsdichtesten Gebiete der Erde! Durch Regen- und Bambuswälder wandert man in das Reich der Riesenpflanzen, das mit Riesenlobelien, Riesensenezien und Riesenkreuzkrautgewächse alle vertrauten Maßstäbe sprengt. "Ruwenzori" bedeutet in der Sprache des Bakonjo-Volkes "Regenmacher". Und tatsächlich regnet es hier durchschnittlich an 320 Tagen im Jahr. Die gewaltigen Niederschläge, die auf das Gebirge niederprasseln, fließen zwar in verschiedene Richtungen ab, speisen aber alle den Nil, den längsten Strom der Erde.

150 n. Chr. vermutete der Geograph Ptolemäus tief im Inneren Afrikas schneebedeckte Berge als Quellen des Nil. Weil das Ruwenzori meistens in Wolken verborgen bleibt, bildeten sich zahlreiche Mythen um die legendären "Mondberge". Erst 1888 wurde das Ruwenzori (5.109 m) als höchstes nicht-vulkanisches Gebirge Afrikas von Thomas Heazley, dem Arzt Henry Morton Stanleys, entdeckt. Und locken heute der Kilimanjaro (5.895 m) mit der größten Höhe und der Mt.Kenya (5.199 m) mit den spektakulärsten Felstürmen Afrikas, so ist das Ruwenzori noch immer das wildeste Gebirge des Kontinents. Denn es hat sich mit seinen Gletschern, Wänden und Graten den Charakter einer geheimnisvollen Gebirgswildnis erhalten ?

Text und Bilder: Christoph Höbenreich



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